1. Text 1: Jeden Dienstagabend verwandelt sich der Lesesaal der Stadtbibliothek Wiesenau in ein Café. Bei Tee und Gebäck treffen sich Menschen, die schon lange in der Stadt leben, und solche, die erst seit Kurzem hier wohnen. Es gibt keinen Lehrer und keinen Lehrplan: Wer möchte, setzt sich an einen der kleinen Tische und unterhält sich einfach. Die Bibliothekarin Heike Brandl freut sich über den Zuspruch. „Am Anfang kamen nur fünf Leute, inzwischen müssen wir manchmal zusätzliche Stühle holen“, sagt sie. Die Teilnahme ist kostenlos.
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2. Text 2: Studierende der Hochschule Norderfeld können ab dem kommenden Wintersemester ein Semester an einer Partneruniversität in Porto verbringen. Möglich macht das ein neues Abkommen, das die beiden Hochschulen am Montag unterzeichnet haben. Die Kurse werden teilweise auf Englisch angeboten, ein Portugiesisch-Intensivkurs vor Semesterbeginn ist im Programm enthalten. Für zwölf Plätze steht ein Stipendium bereit, das die Mietkosten deckt. Bewerben kann man sich bis Ende November im Akademischen Auslandsamt.
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3. Text 3: Wer im Ausland eine Ausbildung abgeschlossen hat, muss in Deutschland oft monatelang auf die Anerkennung warten. Die Beratungsstelle „Beruf und Brücke“ in Kellbach will das ändern. Seit Jahresbeginn prüfen drei neue Mitarbeiter die Unterlagen gemeinsam mit den Antragstellern und leiten sie direkt an die zuständigen Stellen weiter. Die durchschnittliche Wartezeit hat sich dadurch von fast acht auf etwa vier Monate verkürzt. Die Krankenpflegerin Nino Beridze aus Georgien konnte so schon nach drei Monaten in ihrem Beruf zu arbeiten beginnen.
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4. Text 4: In der Grundschule am Lindenpark hängt seit diesem Schuljahr ein besonderer Kalender an der Wand. Er zeigt nicht nur Weihnachten und Ostern, sondern auch das Zuckerfest, das indische Lichterfest und das chinesische Neujahr. Die Kinder haben die Bilder selbst gemalt. Zu jedem Fest laden die Lehrerinnen Eltern ein, die über ihre Bräuche berichten und typisches Essen mitbringen. „Die Kinder lernen, dass es viele Arten zu feiern gibt, und sind stolz, wenn sie ihre Familie vorstellen können“, erklärt Schulleiter Jens Rauter.
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5. Text 5: In dem Dorf Hohenstein sind in den vergangenen drei Jahren mehr als zwanzig Menschen eingezogen, die früher ausgewandert waren. Viele hatten zuvor in den USA, in Australien oder in der Schweiz gearbeitet. Der Heimatverein hilft ihnen bei der Wohnungssuche und stellt Kontakte zu Betrieben her. „Ich habe zwanzig Jahre in Kanada gelebt, aber meine Eltern werden älter, und ich wollte wieder in ihrer Nähe sein“, erzählt der Elektriker Paul Schwind. Das Dorf profitiert davon: Der geschlossene Dorfladen hat wieder eröffnet.