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Gute Vorsätze, volle Studios – und was im März davon übrig bleibt
Wer Anfang Januar ein Fitnessstudio betritt, braucht Geduld. An den Geräten bilden sich Schlangen, und in den Kursen ist kaum noch ein Platz frei. Viele Menschen haben sich zum Jahreswechsel vorgenommen, mehr Sport zu treiben. Studiobesitzer Jens Albrecht kennt das Phänomen gut. „In den ersten Wochen des Jahres melden sich bei uns doppelt so viele Neukunden an wie sonst“, sagt er. „Im März wird es dann schon wieder deutlich ruhiger.“
Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der Neueinsteiger schon nach drei Monaten nicht mehr regelmäßig trainiert. Die Sportpsychologin Katrin Vogel erklärt, warum: „Viele Menschen wollen zu viel auf einmal. Wer vorher nie Sport getrieben hat und plötzlich fünfmal pro Woche eine Stunde trainiert, ist nach kurzer Zeit erschöpft oder hat Muskelkater und gibt auf.“ Sie rät deshalb, mit zwei Einheiten pro Woche zu beginnen und die Zeit langsam zu steigern.
Ein weiteres Problem sei die Motivation. Wer allein trainiere, lasse sich leichter vom Sofa abhalten. Hilfreich sei es, feste Termine zu vereinbaren, am besten mit einer Freundin oder einem Kollegen. „Wenn man weiß, dass jemand wartet, bleibt man seltener zu Hause“, so Vogel.
Auch das Geld spielt eine Rolle. Viele Studios locken im Januar mit günstigen Verträgen, die sich automatisch verlängern, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Die Verbraucherzentrale hört im Frühjahr deshalb besonders viele Beschwerden. Berater empfehlen, vor der Unterschrift eine Probewoche zu verlangen und auf die Kündigungsfrist zu achten. Albrecht bestätigt das: „Bei uns kann man monatlich kündigen, das ist ehrlicher für beide Seiten. Wer nicht kommt, soll nicht zahlen.“
Einige Studios reagieren inzwischen mit neuen Konzepten. Statt klassischer Geräteräume gibt es kleine Kursgruppen, in denen man sich kennenlernt und gegenseitig motiviert. Albrecht hat in seinem Studio außerdem eine Art Belohnungssystem eingeführt: Wer in einem Monat zwölfmal kommt, bekommt einen Gutschein für ein Getränk oder eine Massage. „Das klingt kindisch, aber es funktioniert“, sagt er lachend.
Wer im Februar noch dabei ist, hat gute Chancen, dauerhaft Spaß am Training zu finden, glaubt Vogel. Entscheidend sei am Ende nicht die Zahl der Stunden, sondern dass Bewegung zur Gewohnheit werde – so selbstverständlich wie das Zähneputzen.
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