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Weniger Müll, mehr Verantwortung
Am Goethe-Gymnasium in Freiburg gibt es seit einem Jahr ein ungewöhnliches Projekt: Die Schüler wollen den Müll an ihrer Schule halbieren. Angefangen hat alles mit einer Hausaufgabe im Fach Geografie. Die Klasse 9b sollte eine Woche lang aufschreiben, wie viel Abfall in ihrem Alltag entsteht. „Wir waren alle total überrascht“, erzählt die vierzehnjährige Lena. „Allein in der Cafeteria landeten jeden Tag mehr als hundert Plastikbecher und Verpackungen im Mülleimer.“
Gemeinsam mit ihrem Lehrer, Herrn Brandt, überlegten die Schüler, was man ändern könnte. Zuerst schlugen sie der Schulleitung vor, in der Cafeteria nur noch Geschirr aus Porzellan zu benutzen. Das war aber zu teuer, weil die Schule für das Spülen zusätzliches Personal gebraucht hätte. Deshalb einigte man sich auf einen Kompromiss: Wer ein Getränk kauft, bringt einen eigenen Becher mit oder leiht sich gegen Pfand einen Mehrwegbecher aus. Die Pausenbrote werden nicht mehr in Alufolie, sondern in Brotdosen mitgebracht.
Auch beim Papier hat sich viel verändert. Früher wurden Arbeitsblätter immer einseitig kopiert. Heute drucken die Lehrer beidseitig, und viele Aufgaben bearbeiten die Schüler direkt auf Tablets. Das gebrauchte Papier sammelt eine Schülergruppe in großen Kisten und bringt es zum Recyclinghof. Mit dem Geld, das die Schule dafür bekommt, werden neue Mülleimer zur Trennung von Plastik, Papier und Restmüll gekauft.
Nicht alle waren anfangs begeistert. Einige Eltern fürchteten, dass die Kinder nun zu viel Zeit mit dem Projekt verbringen und schlechtere Noten bekommen. Auch manche Schüler fanden es lästig, jeden Morgen daran zu denken, den Becher einzupacken. „Am Anfang habe ich ihn ständig vergessen“, gibt der sechzehnjährige Tim zu. „Aber inzwischen gehört er für mich einfach dazu wie mein Handy.“
Nach zwölf Monaten kann sich das Ergebnis sehen lassen: Die Menge des Restmülls ist um vierzig Prozent gesunken. Das Ziel der Halbierung wurde zwar noch nicht erreicht, aber die Schüler sind zuversichtlich. Im nächsten Schuljahr wollen sie einen Tauschmarkt für Schulbücher und Sportkleidung organisieren. Außerdem möchten sie andere Schulen der Region besuchen und ihnen zeigen, wie man ein solches Projekt startet. Rektorin Dr. Weiß ist stolz: „Die Jugendlichen lernen hier mehr als in manchem Unterricht. Sie merken, dass sie mit kleinen Schritten wirklich etwas bewegen können.“
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