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Hallo zusammen,
vor sechs Monaten habe ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Seniorenheim begonnen, und heute möchte ich euch erzählen, wie es mir bisher ergangen ist. Als ich nach dem Abitur nicht wusste, was ich studieren soll, hat mir meine Mutter geraten, erst einmal praktische Erfahrungen zu sammeln. Ich war nicht begeistert, denn meine Freundinnen sind alle direkt an die Uni gegangen, und ich hatte das Gefühl, dass ich etwas verpasse.
Die ersten Wochen waren tatsächlich schwer. Ich musste um sechs Uhr aufstehen, und die Arbeit war körperlich anstrengender, als ich gedacht hatte. Außerdem war ich unsicher, wie ich mit den Bewohnern sprechen soll, vor allem mit Menschen, die an Demenz leiden. Einmal habe ich sogar geweint, weil ich dachte, ich bin dafür nicht geeignet.
Dann hat mich eine erfahrene Pflegerin zur Seite genommen und gesagt: „Du musst nicht perfekt sein, du musst nur da sein.“ Dieser Satz hat mir sehr geholfen. Seitdem höre ich zu, wenn Herr Brandt von seiner Zeit als Lokführer erzählt, und ich lese Frau Albrecht jeden Dienstag aus der Zeitung vor. Sie wartet schon an der Tür, wenn ich komme, und das macht mich unglaublich glücklich.
Natürlich gibt es auch Dinge, die mich stören. Das Taschengeld ist sehr gering, und ich muss bei meinen Eltern wohnen bleiben, weil ich mir sonst keine eigene Wohnung leisten könnte. Manchmal ärgere ich mich auch, dass das Personal so wenig Zeit hat. Gern würde ich mit den Bewohnern öfter spazieren gehen, aber dazu reicht die Zeit selten.
Trotzdem würde ich die Entscheidung jederzeit wieder treffen. Ich habe gelernt, geduldiger zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Und ich weiß jetzt, dass ich später im sozialen Bereich arbeiten möchte, vielleicht als Ergotherapeutin. Wenn ihr überlegt, ein Freiwilligenjahr zu machen: Traut euch! Man wächst an den Aufgaben, und die Dankbarkeit der Menschen ist mehr wert als jedes Gehalt.
Bis bald, eure Lena
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