Text
Liebe Leserinnen und Leser,
vor einem Jahr habe ich einen Schrebergarten von meiner Tante übernommen, und ich wollte euch endlich erzählen, wie es mir damit ergangen ist. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung vom Gärtnern. Als ich zum ersten Mal vor dem Gartentor stand, war ich fast ein bisschen erschrocken: Das Gras war kniehoch, die Beete waren voller Unkraut, und der Schuppen hatte ein kaputtes Dach.
Die ersten Wochen waren anstrengend. Ich habe jeden Abend nach der Arbeit mehrere Stunden gegraben und gejätet, und am Wochenende tat mir der Rücken weh. Trotzdem war ich stolz, als die ersten Radieschen aus der Erde kamen. Ich habe sie sofort gegessen, noch mit Erde dran, und sie haben besser geschmeckt als alles, was ich im Supermarkt gekauft habe.
Mein Nachbar Herr Brandt, der schon seit dreißig Jahren dort gärtnert, hat mir viel geholfen. Er hat mir gezeigt, wie man Tomaten richtig anbindet, und mir einen Eimer Kompost geschenkt. Am Anfang fand ich ihn etwas streng, weil er mir gleich erklärt hat, was ich alles falsch mache. Inzwischen weiß ich, dass er einfach hilfsbereit ist, und wir trinken oft zusammen Tee.
Nicht alles ist gelungen. Meine Gurken haben im Juli die Blätter hängen lassen, weil ich im Urlaub war und niemand sie gegossen hat. Und die Schnecken haben fast meinen ganzen Salat gefressen. Das hat mich wirklich geärgert, aber ich habe daraus gelernt, dass man im Garten Geduld braucht.
Rechnen kann man das Ganze übrigens nicht. Mit dem Saatgut, den Werkzeugen und der Pacht habe ich im ersten Jahr mehr ausgegeben, als ich an Gemüse gespart habe. Aber das ist mir egal. Ich schlafe besser, ich bin ruhiger geworden, und ich freue mich schon auf den Frühling. Im nächsten Jahr möchte ich Kartoffeln und Kürbisse probieren. Vielleicht lade ich euch dann zu einer Suppe ein!
Eure Mira
Lisez le texte et choisissez la bonne réponse. La correction sera donnée à la fin de l’épreuve.
Connecte-toi pour enregistrer ton résultat à la fin de cette simulation.