Text
In Deutschland landen jedes Jahr rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Fast ein Drittel davon stammt aus privaten Haushalten: Brot, das hart geworden ist, Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, oder Gemüse mit braunen Stellen. Dabei ist vieles davon noch problemlos essbar. Gegen diese Verschwendung kämpft seit über zehn Jahren die Initiative „Foodsharing“.
Das Prinzip ist einfach: Freiwillige holen bei Bäckereien, Supermärkten und Restaurants Lebensmittel ab, die nicht mehr verkauft werden können, und verteilen sie kostenlos an Privatpersonen. Das Essen landet dann zum Beispiel in einem öffentlichen Kühlschrank, den jeder nutzen darf. Man findet solche „Fairteiler“ inzwischen in vielen Städten, oft in Bibliotheken, Cafés oder Gemeindehäusern. Wer zu viel eingekauft hat, kann übrig gebliebene Lebensmittel dort hineinstellen. Nur rohes Fleisch und Fisch sind aus Hygienegründen nicht erlaubt.
Mehr als 200.000 Menschen engagieren sich mittlerweile bei Foodsharing. Wer Lebensmittel abholen möchte, muss zunächst ein Online-Quiz absolvieren, in dem Regeln zur Hygiene und zur Haltbarkeit abgefragt werden. Danach macht man einige Probeabholungen gemeinsam mit erfahrenen Mitgliedern. Erst dann darf man allein losziehen.
Viele Betriebe machen gern mit. Eine Bäckerin aus Köln erzählt, dass sie früher am Abend oft zwanzig Brote wegwerfen musste. „Heute kommt jeden Tag jemand vorbei, und es bleibt fast nichts übrig“, sagt sie. Für sie ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch ein Gewinn für das Image ihres Geschäfts.
Kritiker meinen allerdings, dass Foodsharing das eigentliche Problem nicht löst. Sie fordern, dass schon bei der Herstellung weniger produziert wird und dass Supermärkte Obst und Gemüse auch dann verkaufen, wenn es nicht perfekt aussieht. Die Initiative sieht das ähnlich und möchte deshalb auch Schulen und Kantinen für das Thema gewinnen. Denn eines ist sicher: Wer erlebt hat, wie viele gute Lebensmittel täglich weggeworfen werden, kauft anders ein.
Lisez le texte et choisissez la bonne réponse. La correction sera donnée à la fin de l’épreuve.
Connecte-toi pour enregistrer ton résultat à la fin de cette simulation.