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Liebe Katrin,
ich bin wieder zu Hause und muss dir unbedingt von unserer Woche im Bayerischen Wald erzählen! Tom hatte die Idee, einmal richtig abzuschalten. Wir haben uns eine einfache Holzhütte am Rand des Nationalparks gemietet, ohne Fernseher und fast ohne Handyempfang. Ehrlich gesagt war ich am ersten Abend ziemlich genervt. Ich wollte meine Nachrichten lesen und konnte nicht einmal ein Foto verschicken. Aber schon am zweiten Tag hat sich das geändert.
Wir sind früh am Morgen losgewandert, einen schmalen Weg durch den Wald bis zu einem kleinen See. Es war so still, dass ich meinen eigenen Atem hören konnte. Einen Luchs, wie man es im Prospekt versprochen hatte, haben wir leider nicht gesehen, nur seine Spuren im Schlamm. Dafür stand plötzlich ein Reh keine zehn Meter vor uns und hat uns minutenlang angeschaut. Ich war richtig gerührt.
Was mich dagegen geärgert hat, war der viele Müll am Wegrand: Taschentücher, Verpackungen und sogar eine kaputte Flasche. Wir haben alles eingesammelt, aber ich verstehe nicht, wie man so etwas in der Natur liegen lassen kann.
Tom fand die Ruhe übrigens nicht von Anfang an wunderbar. Nach drei Tagen hat er behauptet, er würde für eine Pizza alles tun. Am vierten Tag hat es den ganzen Tag geregnet. Wir haben in der Hütte Karten gespielt, Tee getrunken und viel gelacht. Das war am Ende fast der schönste Tag.
Die Anreise war übrigens auch ein kleines Abenteuer, denn wir sind ohne Auto gefahren, mit dem Zug und dem Bus. Das hat länger gedauert, aber es war entspannter, und wir haben ein schlechtes Gewissen gespart.
Jetzt fühle ich mich richtig erholt und viel weniger gestresst als vor dem Urlaub. Nächstes Jahr wollen wir auf jeden Fall wieder in den Nationalpark, vielleicht sogar im Herbst. Komm doch mit!
Liebe Grüße
Deine Lena
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