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Liebe Katrin,
danke für deine Nachricht! Ich habe mich sehr gefreut, endlich wieder von dir zu hören. Du fragst, wie es mir geht. Ehrlich gesagt: gemischt. Im Beruf läuft alles gut, aber mit Tom gab es in den letzten Wochen viel Streit.
Es fing mit Kleinigkeiten an. Er lässt sein Geschirr stehen, ich räume es weg und ärgere mich. Letzten Sonntag ist dann alles eskaliert. Ich hatte mich auf einen ruhigen Tag gefreut, aber Tom hat ohne Absprache seine Kollegen zum Fußballschauen eingeladen. Sechs Männer, drei Stunden Lärm, und ich saß in der Küche. Ich war so wütend, dass ich nichts gesagt, sondern nur die Tür zugemacht habe. Das war wahrscheinlich ein Fehler, denn Tom hat gar nicht verstanden, was los war.
Am Abend haben wir lange gesprochen, und zum ersten Mal habe ich ihm erklärt, wie ich mich fühle. Er war ziemlich überrascht. Er dachte, ich hätte einfach schlechte Laune. Wir haben beschlossen, jeden Freitag eine halbe Stunde zusammenzusitzen und über alles zu reden, was uns stört. Das klingt vielleicht komisch, aber ich finde die Idee gut. Bisher haben wir es zweimal gemacht, und es hat geholfen.
Du hast mir mal gesagt, dass eine Beziehung kein Märchen ist, sondern Arbeit. Damals habe ich gelacht, aber jetzt verstehe ich dich. Ich liebe Tom immer noch, und ich bin sicher, dass wir das schaffen. Trotzdem bin ich manchmal müde und wünsche mir, dass es einfacher wäre.
Was mir sehr hilft, sind unsere Telefonate. Mit dir kann ich über alles reden, ohne dass ich mich schämen muss. Weißt du noch, wie wir früher stundenlang auf deinem Balkon gesessen haben? Das vermisse ich. Hast du im Oktober Zeit für einen Besuch? Ich würde gern ein Wochenende zu dir nach Leipzig kommen, und Tom meint, ich soll ruhig allein fahren, damit wir beide ein bisschen Abstand haben.
Schreib mir bald!
Deine Marie
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