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Einsteigen am Abend, aufwachen in einer anderen Stadt: Nachtzüge erleben in Europa ein Comeback. Noch vor zehn Jahren schien es, als ob diese Verbindungen bald ganz verschwinden würden. Viele Bahngesellschaften hatten sie eingestellt, weil sie zu teuer und zu wenig ausgelastet waren. Billigflieger boten für wenig Geld die schnellere Alternative an. Heute sieht das anders aus.
Ein Grund dafür ist das gewachsene Umweltbewusstsein. Eine Reise im Zug verursacht pro Person deutlich weniger CO2 als ein Flug, und immer mehr Reisende wollen darauf achten. Besonders junge Menschen verzichten bewusst aufs Flugzeug, auch wenn die Fahrt länger dauert. Dazu kommt, dass man mit dem Nachtzug keine Übernachtung im Hotel braucht: Man schläft, während der Zug fährt, und spart so Zeit und Geld.
Der Komfort hängt allerdings von der Kategorie ab. Am günstigsten ist der Sitzplatz, in dem man jedoch nur schlecht schläft. Etwas teurer sind Liegewagen mit vier oder sechs Betten pro Abteil, in denen man mit Fremden schläft. Wer seine Ruhe will, bucht einen Schlafwagen mit ein bis drei Betten, eigenem Waschbecken und manchmal sogar einer Dusche. Das Frühstück am Morgen ist dort meist im Preis enthalten.
Trotz des Booms gibt es noch Probleme. Es fehlen moderne Waggons, denn nur wenige Firmen bauen sie, und neue Wagen sind teuer. Außerdem kommt es vor, dass die Züge Verspätung haben, weil sie auf Strecken fahren, die auch viele Güterzüge nutzen. Manche Reisende ärgern sich auch über die Preise, die in den Ferien deutlich steigen.
Verkehrsexperten glauben dennoch, dass die Nachfrage weiter wächst. Die Bahnen planen neue Verbindungen, etwa von Berlin nach Paris und von Wien nach Brüssel. Wer eine Fahrt plant, sollte früh buchen, denn die günstigen Tickets sind schnell weg. Ein Tipp für Anfänger: Ohrstöpsel mitnehmen – auch im besten Schlafwagen ist ein Zug eben kein Hotel.
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