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In Deutschland gehört es zum Alltag: Wer eine Flasche Wasser oder eine Dose Limonade kauft, bezahlt ein paar Cent mehr. Dieses Geld, das Pfand, bekommt man zurück, wenn man die leere Verpackung wieder in den Supermarkt bringt. Das Prinzip ist nicht neu. Für Glasflaschen gibt es Pfand schon seit vielen Jahrzehnten. Erst seit 2003 gilt es aber auch für viele Einwegflaschen aus Plastik und für Getränkedosen.
Dabei muss man zwei Systeme unterscheiden. Mehrwegflaschen werden gereinigt und danach neu befüllt. Eine Glasflasche kann auf diese Weise bis zu fünfzigmal benutzt werden. Einwegflaschen dagegen werden nur einmal verkauft. Nach der Rückgabe werden sie zerkleinert, und aus dem Material entstehen neue Flaschen oder andere Produkte. Das spart Rohstoffe und Energie. Trotz der vielen Verpackungen ist die Rückgabequote beeindruckend: Mehr als neunzig Prozent der Flaschen und Dosen mit Pfand kommen zurück.
Ganz ohne Kritik funktioniert das System allerdings nicht. Viele Kunden ärgern sich über die Rückgabeautomaten, die manchmal defekt sind oder eine Flasche nicht erkennen. Nach dem Wochenende bilden sich außerdem oft lange Schlangen, vor allem in kleineren Märkten. Für manche Menschen, die nur wenig Geld haben, ist das Pfand dagegen eine kleine Einnahmequelle. Sie sammeln Flaschen in Parks und auf Bahnhöfen und bringen sie zurück. Aus diesem Grund stellen viele Leute ihre leeren Flaschen neben den Mülleimer, statt sie wegzuwerfen. Sie wollen, dass andere sie leichter mitnehmen können.
Umweltschützer weisen darauf hin, dass Mehrwegflaschen ökologisch klar besser sind als Einwegflaschen, auch wenn beide zurückgebracht werden. Trotzdem greifen viele Kunden zu Einweg, weil es bequemer ist: Die Flaschen sind leichter, und man kann sie in jedem größeren Supermarkt abgeben. Der Gesetzgeber versucht deshalb, Mehrweg zu stärken. Seit 2023 müssen Restaurants, Cafés und Lieferdienste ihren Kunden auch Mehrwegbehälter für Essen und Getränke anbieten. Ob sich diese Regel im Alltag durchsetzt, wird sich noch zeigen.
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