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Wer am Wochenende im Wald spazieren geht, begegnet manchmal Menschen, die mit dem Smartphone in der Hand konzentriert durchs Gebüsch schleichen. Meistens haben sie sich nicht verirrt, sondern sind Geocacher. Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche: Irgendjemand versteckt einen kleinen Behälter, den sogenannten „Cache“, und veröffentlicht die Koordinaten im Internet. Alle anderen versuchen, ihn mithilfe einer App oder eines GPS-Geräts zu finden.
Die Idee stammt aus den USA. Im Jahr 2000 versteckte ein Computerfachmann einen Eimer mit kleinen Geschenken im Wald und stellte die Position online. Schon nach wenigen Tagen hatten mehrere Leute den Eimer gefunden. Heute gibt es weltweit mehr als drei Millionen Verstecke, allein in Deutschland mehrere Hunderttausend.
Die Caches sind sehr unterschiedlich. Manche sind nur so groß wie ein Daumen und stecken zum Beispiel unter einer Parkbank, andere sind Filmdosen oder Plastikboxen. In jedem Cache liegt ein Logbuch, in das sich die Finder mit Datum und Namen eintragen. Wer eine größere Box findet, darf oft einen kleinen Gegenstand mitnehmen, muss aber etwas Neues hineinlegen. Bei den sogenannten „Multi-Caches“ muss man mehrere Stationen besuchen und unterwegs Rätsel lösen, bevor man das eigentliche Versteck erreicht.
Für viele ist das Schönste, dass man dabei Orte kennenlernt, an denen man sonst nie vorbeikäme: einen versteckten Aussichtspunkt, eine alte Brücke oder einen Hof, den kaum jemand kennt. Familien schätzen, dass Kinder freiwillig stundenlang wandern, weil sie unbedingt den nächsten Schatz finden wollen. Auch Senioren sind begeistert, da das Hobby gleichzeitig fit hält und den Kopf beschäftigt.
Allerdings gibt es auch Regeln. Man darf keine Pflanzen beschädigen und soll in Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben. Außerdem sollte man beim Suchen diskret sein, damit Passanten nicht neugierig werden und den Cache versehentlich entfernen. Die Ausrüstung ist günstig: Ein Smartphone, eine kostenlose App, ein Stift fürs Logbuch und feste Schuhe genügen. Wer mehr will, kauft sich später ein GPS-Gerät, das auch bei schlechtem Netz zuverlässig funktioniert.
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