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Einmal im Jahr, meist im Frühling, öffnen in vielen Städten die Museen ihre Türen nicht nur am Tag, sondern bis tief in die Nacht. Auch in unserer Stadt ist die „Lange Nacht der Museen“ inzwischen zu einer festen Tradition geworden. Im vergangenen Jahr haben mehr als zwanzigtausend Menschen daran teilgenommen, so viele wie nie zuvor.
Das Besondere: Man bezahlt nur einmal und kann dafür mit einem einzigen Armband in mehr als vierzig Häusern ein und aus gehen. Das Ticket kostet fünfzehn Euro, Schüler und Studenten zahlen zehn Euro. Zwischen den Museen fahren Sonderbusse, die alle zehn Minuten halten. Wer gern zu Fuß geht, kann die Strecke in der Altstadt auch spazieren, denn viele Häuser liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
Die Organisatoren wollen vor allem Menschen ansprechen, die sonst selten ins Museum gehen. „Viele denken, Museen seien langweilig und nur etwas für Experten“, sagt die Leiterin des Projekts, Karin Weller. „An diesem Abend zeigen wir, dass das nicht stimmt.“ Deshalb gibt es nicht nur Ausstellungen, sondern auch ein buntes Programm: Im Stadtmuseum erzählt ein Schauspieler in historischer Kleidung Geschichten aus dem Mittelalter, im Technikmuseum dürfen Kinder kleine Roboter bauen, und im Kunstmuseum spielt bis Mitternacht eine Jazzband zwischen den Bildern.
Besonders beliebt ist die Führung im Naturkundemuseum, bei der die Gäste mit Taschenlampen durch die dunklen Säle gehen. Dafür muss man sich allerdings vorher anmelden, weil die Gruppen auf fünfzehn Personen begrenzt sind. Die übrigen Angebote kann man spontan besuchen. In den meisten Museen gibt es außerdem ein Café, in dem man sich zwischendurch ausruhen kann, und manche bieten sogar ein kleines Abendessen an.
Doch es gibt auch Kritik. Einige Besucher beschweren sich, dass es in den beliebtesten Häusern sehr voll werde und man lange vor den Eingängen warten müsse. Außerdem sei es unmöglich, an einem einzigen Abend alles zu sehen. Die Veranstalter raten deshalb, vorher einen Plan zu machen und nur drei oder vier Museen auszuwählen. Karin Weller meint: „Weniger ist mehr. Wer in Ruhe schaut, nimmt am Ende auch mehr mit.“ Für nächstes Jahr plant das Team eine App, die zeigt, wie voll die einzelnen Museen gerade sind.
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