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Mitten im Stadtteil Rosenau, zwischen einem Parkhaus und einer Grundschule, liegt seit zwei Jahren ein ungewöhnlicher Ort: der Gemeinschaftsgarten „Grüne Insel“. Früher stand hier eine alte Lagerhalle, die der Stadt gehörte und jahrelang leer war. Als die Halle abgerissen wurde, gründeten einige Anwohner einen Verein und baten die Verwaltung, die Fläche nutzen zu dürfen. Die Stadt stimmte zu, verlangt aber eine symbolische Pacht von einem Euro pro Jahr.
Heute gehören dem Verein rund achtzig Mitglieder an. Jeder, der mitmachen möchte, zahlt einen Jahresbeitrag von zwanzig Euro und verpflichtet sich, im Monat mindestens drei Stunden zu helfen. Dafür darf man das Gemüse ernten, das auf den Gemeinschaftsbeeten wächst. Zusätzlich gibt es kleine Einzelbeete, die man für eine Saison mieten kann. Weil die Nachfrage groß ist, steht inzwischen eine Warteliste mit über vierzig Namen.
Die Böden in der Stadt sind oft belastet, deshalb wird in Hochbeeten gegärtnert. Die Erde dafür stammt aus dem eigenen Kompost, den die Mitglieder aus Küchenabfällen herstellen. Das Wasser sammelt der Verein in großen Tonnen, die an den Dächern der Gartenhäuschen stehen. Im Sommer reicht der Regen allerdings nicht immer; dann hilft die benachbarte Schule und erlaubt dem Verein, Wasser aus ihrem Brunnen zu holen. Im Gegenzug besuchen die Schulklassen den Garten und lernen, wie Kartoffeln, Salat und Bohnen wachsen.
Jeden Samstagvormittag ist der Garten für alle geöffnet, auch für Menschen, die nicht Mitglied sind. Dann gibt es Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und oft einen kleinen Workshop, zum Beispiel über Bienen oder über das Einkochen von Marmelade. Die Vorsitzende, Birgit Hollmann, erzählt, dass sich dabei schon manche Freundschaft zwischen Nachbarn entwickelt hat, die sich vorher nie gegrüßt haben.
Für das nächste Jahr plant der Verein ein Gewächshaus, damit man schon im März mit der Anzucht von Tomaten beginnen kann. Das Geld dafür soll durch ein Sommerfest und durch Spenden zusammenkommen. Wer helfen möchte, kann sich montags zwischen siebzehn und neunzehn Uhr im Vereinshaus melden.
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