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Seit dem Frühjahr fährt in der Region Oberes Tal ein ungewöhnliches Fahrzeug durch die Dörfer: der Bankbus der Regionalbank Talsparkasse. Hintergrund ist die Schließung von vier kleinen Filialen, die sich nach Angaben der Bank nicht mehr rechnen. Besonders ältere Kunden hatten sich darüber geärgert, weil sie für ihre Bankgeschäfte nun in die Kreisstadt hätten fahren müssen, die mit dem Bus fast eine Stunde entfernt ist.
Der Bankbus fährt an fünf Tagen in der Woche feste Haltestellen an, meist den Marktplatz oder den Parkplatz vor dem Rathaus. Jeder Ort wird zweimal pro Woche für etwa zwei Stunden bedient. Im Inneren gibt es zwei Beratungsplätze, einen Geldautomaten und einen Automaten für Überweisungen. Bargeld einzahlen kann man nur am Automaten, einen Schalter gibt es nicht mehr. Dafür nehmen sich die beiden Mitarbeiter, die im Bus arbeiten, Zeit für persönliche Fragen, zum Beispiel zur Altersvorsorge, zu Kreditkarten oder zum Online-Banking.
„Viele meiner Kunden wollten kein Internetkonto, weil sie Angst vor Betrug haben“, erzählt Bankberaterin Sabine Wolter. „Im Bus zeigen wir ihnen in Ruhe, wie sicher das Ganze sein kann, und niemand muss sich dafür schämen, dass er etwas nicht weiß.“ Tatsächlich haben seit dem Start des Angebots schon mehr als hundert Kunden über sechzig einen Zugang zum Online-Banking eingerichtet.
Kritik gibt es trotzdem. Der Verbraucherverband bemängelt, dass der Bus vormittags und am frühen Nachmittag unterwegs ist und deshalb für Berufstätige kaum nutzbar sei. Die Bank will im Herbst prüfen, ob an einzelnen Abenden zusätzliche Haltezeiten sinnvoll sind. Außerdem soll eine Telefonnummer eingerichtet werden, unter der Kunden Termine für Hausbesuche vereinbaren können, etwa wenn jemand nicht mehr gut zu Fuß ist.
Der Bürgermeister von Birkenau, Thomas Kehl, begrüßt das Projekt: „Eine Gemeinde ohne Bank verliert an Attraktivität. Auch wenn es nur ein Bus ist, haben die Menschen das Gefühl, nicht vergessen zu werden.“ Die Kosten für den Bus liegen laut Bank niedriger als der Betrieb einer festen Filiale. Ob das Modell auch in anderen Regionen Schule macht, wird sich zeigen: Zwei Nachbarbanken haben jedenfalls schon Interesse angemeldet.
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